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Chronologie des Somaliakonflikts

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Friedenskonferenzen

10.03.1994:Friedenskonferenz von 15 Bürgerkriegsparteien in Nairobi. Man einigt sich darauf, im April 1994 eine Versöhnungskonferenz in Mogadischu abzuhalten und dort einen Präsidenten und mehrere Vizepräsidenten zu wählen.

September 1994:
Wieder Angriff auf einen UNO-Hilfskonvoi. UNO-Truppen setzen daraufhin Panzer und Hubschrauber ein. Auch zwischen den rivalisierenden Bürgerkriegsmilizen kommt es wieder zu militärischen Auseinandersetzungen.
01.11.1994:
Aidid lässt eine "Nationale Wiederversöhnungskonferenz" in seinem Teil Mogadischus tagen. Ali Mahdi verzichtet aber auf eine Teilnahme.
04.01.1995:
Der langjährige diktatorische Präsident Somalias stirb im Exil. 01.03.1995:Amerikanische und italienische Elitesoldaten nehmen an der Küste Somalias ihre Position ein, um den Hafen und Flughafen Mogadischus zu kontrollieren. Alle UNO-Truppen ziehen ab.
Juni 1995:
Farah Aidid verliert den Vorsitz im USC. Sein Nachfolger ist Osman Ali Otto. 03.08.1996:Bei Kämpfen wird Aidid so schwer verletzt, dass er stirbt. Sein Sohn Hussein Mohammed Farah Aidid wird sein politischer Nachfolger.
Januar 1997
26 somalische Gruppen schließen sich zusammen, um eine Übergangsregierung zu bestimmen. Viele Clanführer boykottieren diese Bemühungen, z. B. Hussein Mohammed Farah Aidid und die islamische Gruppierung Ittihad al Islami.

22.12.1997:
In Kairo treffen sich 26 somalische Gruppen um ein Friedensabkommen zu vereinbaren. Diesmal sind auch Mohammed Farah Aidid und Ali Mahdi beteiligt.
23.07.1998:
Es kommt zu einer weiteren Aufspaltung in Somalia: im Nordosten Somalias wird die Republik Puntland gegründet. Abdukkahi Yussuf Ahmad von der SSDF (Somali Salvation Democratic Front) wird zum Präsidenten gewählt. 1999, 2000, 2001 und 2002:Seit 1999 verschärft sich die humanitäre Situation, da es wieder zu anhaltenden Dürreperioden kommt, sich Choleraepidemien ausbreiten und Nahrungsmittel wieder knapp werden. Die Welternährungsorganisation warnt, dass wieder Millionen von Somalis mit ihrem Leben bedroht seien.

Sommer 2000:
Ein neuer, von der UNO unterstützter Friedensplan, soll in Somalia wieder staatliche Strukturen herstellen. Über 200 Teilnehmer der Friedenskonferenz treffen sich in Dschibuti, bilden ein Parlament und wählen Abdulkassim Salad Hassan zum neuen Präsidenten von Somalia. Diese Regierung wird auch von der UNO anerkannt. Allerdings sprechen sich auch Mohammed Farah Aidid, Egal (Präsident von Somaliland) und Abdullahi Yusuf (Republik Puntland) gegen diese Regierung aus.



20.10.2000:
Die in Dschibuti gebildete Regierung tritt in Mogadischu zusammen. Januar 2001:Die neue Regierung beschuldigt Äthiopien der Unterstützung von gegnerischen Gruppierungen. Februar/März 2001:Gegner der neuen Regierung in Somalia treffen sich in Äthiopien. 27.3.2001:Eine Einrichtung von "Ärzte ohne Grenzen" wird in Mogadischu angegriffen und ausländisches Personal entführt. 31.05.2001:Bei einer Volksabstimmung stimmen 97 % der Wahlberechtigten für eine Unabhängigkeit von Somaliland und eine neue Verfassung.
September 2001:
Erstmals seit über 10 Jahren gibt es wieder eine somalische Vertretung bei der UNO. 21.9.2001:Islamische Organisationen rufen in Mogadischu zu einer Solidaritätsdemonstration für Bin Laden auf. 13.10.2001:Eine Polizeistation wird in Mogadischu angegriffen. Viele Polizeibeamte und Zivilisten sterben. November 2001:Als neuer Präsident in Puntland wird Jama Al Jama gewählt. Sein Vorgänger Abullahi Yusuf akzeptiert diese Wahl nicht und bekämpft die neue Regierung mit Waffengewalt.
24.11.2001:
Auf Druck der US-Regierung wird der Internet-Provider Somali Internet Company und die Telekommunikationsfirma Al Barakaat Telecommunications Company geschlossen. Damit werden wichtige Internet- und Telefonverbindungen ins Ausland gesperrt.

9.12.2001:
Eine US-Militärdelegation bestehend aus fünf US-Offizieren trifft in Baidoa ein. 19.12.2001:Auf dem Treffen der Verteidigungsminister in Brüssel machen Gerüchte die Runde, dass es beschlossene Sache sei, in Somalia einzugreifen.
19.12.2001:
Ein US-Diplomat traf in Mogadischu mit Vertretern der somalischen Regierung zusammen, um den Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu besprechen.
24.12.2001:
Sieben britische Kriegsschiffe der Royal Navy legen in der kenianischen Küstenstadt Mombasa an. Angeblich verbringen die Marines dort ihren "Weihnachtsurlaub". Ein Zusammenhang mit einem möglichen Eingreifen in Somalia wird bestritten.

7.1.2002:
Mehr als 300 äthiopische Soldaten überschreiten die Grenze zu Somalia, um in Puntland verbündete somalische Warlords zu unterstützen.
Februar 2002:
ca. 820 Marinesoldaten der Bundeswehr treffen in Dschibuti ein, um die Seewege vor der Küste Somalias zu sichern. Oktober 2002:In Nairobi, der Hauptstadt Kenias werden unter internationaler Vermittlung erneut Friedensverhandlungen aufgenommen.
Oktober 2004:
Die Friedensverhandlungen in Nairobi werden abgeschlossen und Abdullahi Yussuf wird zum neuen Staatspräsidenten gewählt.
Dezember 2004:
Mehr als hundert Menschen wurden an der Küste Somalis von der gewaltigen Flutwelle des Erdbebens in Sumatra getötet.
7.1 2005:
Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union erklärte die Bereitschaft, eine Friedenstruppe nach Somalia zu entsenden.


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